Myasthenia gravis ist eine autoimmune Erkrankung der Nerven-Muskel-Übertragung. Das bedeutet, dass die Signale von den Nerven zu den Muskeln nicht mehr richtig weitergeleitet werden. Ursache sind Antikörper, die fälschlicherweise die Andockstellen (Rezeptoren) an den Muskeln blockieren. Dadurch werden die Muskeln schnell müde und schwach.
Typische Symptome sind:
Doppelbilder
Muskelschwäche
Schluckstörung
Die Beschwerden können im Tagesverlauf schwanken – morgens sind sie oft geringer, abends stärker.
Die Diagnose wird durch eine neurologische Untersuchung, Antikörpertests im Blut, elektroneurographische Messungen und Bildgebung des Brustkorbs (Thymusdrüse) gestellt.
Die Behandlung richtet sich nach der Ursache und Schwere der Erkrankung:
- Medikamente, die die Signalübertragung an den Muskeln verbessern
- Kortison oder andere Immuntherapien
- Bei manchen Patienten eine Operation zur Entfernung der Thymusdrüse
- Es gibt heute moderne, gezielte Therapien wie Antikörper- oder FcRn-Hemmer, die besonders bei schweren oder therapieresistenten Fällen sehr wirksam sind.
Mit diesen modernen Möglichkeiten kann die Lebensqualität deutlich verbessert werden, viele Betroffene leben heute nahezu beschwerdefrei.
Hinweis: In seltenen Fällen kann es zu einer sogenannten myasthenen Krise kommen, wenn die Atemmuskulatur stark geschwächt ist. Das ist ein medizinischer Notfall – in solchen Situationen ist eine sofortige ärztliche Behandlung (Notarzt!) notwendig. Zum Glück kommt dies dank der heutigen Therapien nur noch sehr selten vor.

