Kopfschmerzen gehören zu den häufigsten neurologischen Beschwerden überhaupt. Fast jeder Mensch hat irgendwann einmal Kopfschmerzen – bei manchen treten sie jedoch regelmäßig oder sogar täglich auf.
Man unterscheidet grundsätzlich zwischen primären Kopfschmerzen (eigenständige Erkrankungen) und sekundären Kopfschmerzen (Folge anderer Ursachen, z. B. Bluthochdruck, Infektionen, Medikamentenübergebrauch, Halswirbelsäulenprobleme oder andere Erkrankungen).
Zervikogener Kopfschmerz
Zervikogener Kopfschmerz
Schmerzmittel
Triptane
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Botulinumtoxin (Botox®):
Bei chronischer Migräne kann die Behandlung mit Botulinumtoxin Typ A sehr wirksam sein. Dabei werden feine Injektionen an bestimmten Punkten im Kopf- und Nackenbereich gesetzt, um überaktive Schmerzfasern zu beruhigen. Die Wirkung hält etwa 3 Monate an, und die Behandlung wird regelmäßig wiederholt. Viele Patient:innen berichten über eine deutliche Reduktion der Kopfschmerzfrequenz und -intensität. Diese Behandlungsmethode führe ich als erfahrene Anwenderin in meiner Ordination durch, die Kostenübernahme für das Medikament erfolgt zur Gänze durch die Krankenkasse, die nötige chefärztliche Bewilligung wird für meine PatientInnen von mir über die Ordination erledigt. Ein großer Vorteil dieser Behandlungsmethode in meiner Praxis ist, dass für meine Patient:innen keine langen Wartezeiten (bis zu mehrere Monate) in einer Spitals - Kopfschmerzambulanz bzw. einer Spezialambulanz für Botulinumtoxin-Behandlungen zustande kommen. Die Therapie mittels intramuskulärer Injektion kann unkompliziert und prompt in der Ordination erfolgen. -
Antikörpertherapien gegen CGRP:
Diese neuen zielgerichteten Medikamente blockieren bestimmte Botenstoffe, die an der Entstehung der Migräne beteiligt sind.
Es gibt monatlich subkutan verabreichte Präparate (z. B. Fremanezumab, Galcanezumab, Erenumab), die Erfolge sind oft sehr gut.
Seit kurzem steht auch eine intravenöse Antikörpertherapie (Eptinezumab) zur Verfügung, die alle 3 Monate als Infusion (in meiner Ordination) verabreicht wird. Diese modernen Therapien bieten besonders Patient:innen mit häufiger oder therapieresistenter Migräne eine große Erleichterung.
Ziel aller Behandlungen ist, Häufigkeit, Dauer und Stärke der Attacken zu reduzieren und die Lebensqualität nachhaltig zu verbessern.
Der Spannungskopfschmerz ist die häufigste Kopfschmerzform. Er zeigt sich meist als dumpfer, drückender Schmerz beidseits des Kopfes („wie ein Band um den Kopf“).
Oft spielen Stress, Muskelverspannungen im Nacken oder Fehlhaltungen eine Rolle. Hilfreich sind Entspannungstechniken, regelmäßige Bewegung, Physiotherapie und Vermeidung von Schmerzmittelübergebrauch. Bei chronischem Verlauf können auch antidepressive Medikamente in niedriger Dosierung helfen, die Schmerzwahrnehmung zu regulieren.
Der Clusterkopfschmerz ist eine seltene, aber extrem schmerzhafte Kopfschmerzform. Die Attacken sind einseitig, meist hinter dem Auge, und dauern 15 Minuten bis 3 Stunden. Typisch sind Begleitsymptome wie Tränenfluss, Nasenlaufen, Rötung oder Schwellung des Auges.
Die Schmerzen treten oft serienweise über Wochen („Clusterperioden“) auf.
Zur Akuttherapie werden Sauerstoffinhalation und schnell wirksame Triptane eingesetzt, zur Vorbeugung spezielle medikamentöse Behandlungen (z. B. Verapamil, Lithium oder neue Antikörper gegen CGRP).
Ein häufig übersehener Grund für chronische Kopfschmerzen ist der Übergebrauch von Schmerzmitteln oder Triptanen. Wer an mehr als 10–15 Tagen pro Monat Medikamente gegen Kopfschmerz einnimmt, kann in einen Teufelskreis geraten, bei dem die Medikamente selbst Kopfschmerzen auslösen.
Hier hilft nur eine kontrollierte Medikamentenpause und eine neurologisch begleitete Umstellung.
Die Trigeminusneuralgie ist eine Erkrankung des fünften Hirnnerven (Nervus trigeminus), der für die Gefühlswahrnehmung im Gesicht verantwortlich ist. Sie äußert sich durch kurze, heftige, blitzartig einschießende Schmerzen in einer Gesichtshälfte – meist im Bereich von Wange, Ober- oder Unterkiefer.
Bei unzureichendem Ansprechen auf Medikamente kann Botulinumtoxin gezielt in die schmerzhaften Areale injiziert werden. Dies führt häufig zu einer deutlichen Linderung der Schmerzattacken und kann in meiner Ordination angewendet werden.

