Eine Dystonie ist eine Bewegungsstörung, bei der sich Muskeln unwillkürlich und anhaltend anspannen. Dadurch entstehen verdrehte Körperhaltungen, Zuckungen oder wiederholte Bewegungen, die sich nicht willentlich kontrollieren lassen.
Dystonien können eine einzelne Körperregion betreffen (z. B. Hals, Gesicht, Hand) oder mehrere Bereiche gleichzeitig.
Schiefhals
Gesichtskrampf
Schreibkrampf
Schiefhals
Gesichts-krampf
Schreib-krampf
Häufige Formen sind:
- Zervikale Dystonie (Torticollis spasmodicus): unwillkürliche Drehung oder Neigung des Kopfes
- Blepharospasmus: unkontrolliertes Zusammenkneifen der Augenlider
- Der hemifaziale Spasmus ist ein einseitiges, unwillkürliches Zucken der Gesichtsmuskulatur, meist beginnend am Auge und sich später auf Wange oder Mund ausbreitend.
- Schreibkrampf: Muskelverkrampfungen beim Schreiben
Die Ursachen sind unterschiedlich: In vielen Fällen liegt eine Funktionsstörung bestimmter Hirnareale (Basalganglien) vor, manchmal spielen genetische Faktoren, Medikamente oder andere Erkrankungen eine Rolle.
Zur Behandlung:
- Botulinumtoxin-Injektionen („BOTOX“) in die betroffenen Muskeln sind die Therapie der 1. Wahl bei fokalen Dystonien. Als zertifizierte Fachärztin mit jahrelanger Erfahrung für diese spezielle Therapie wird die Behandlung in meiner Ordination durchgeführt. Eine komplette Übernahme der Medikamentenkosten erfolgt durch sämtliche gesetzliche Krankenkassen in Österreich. Die dafür notwendige chefärztliche Bewilligung übernehme ich für meine PatientInnen. Die Behandlung muss in regelmäßigen Abständen, alle 3-4 Monate, wiederholt werden.
- In ausgewählten Fällen kommen Medikamente oder Tiefe Hirnstimulation (bei schweren, generalisierten Formen) infrage.
Der Morbus Parkinson ist eine chronische neurologische Erkrankung, bei der bestimmte Nervenzellen im Gehirn allmählich ihre Funktion verlieren. Diese Zellen produzieren den Botenstoff Dopamin, der für flüssige Bewegungen wichtig ist.
Typische Beschwerden sind:
- Zittern (Tremor) in Ruhe
- Verlangsamte Bewegungen
- Muskelsteifigkeit
- Unsichere oder kleinschrittige Gangweise
Häufig treten zusätzlich nicht-motorische Symptome auf, z. B. Schlafstörungen, Geruchsverlust, depressive Verstimmungen oder Verstopfung.
Die Diagnose wird klinisch gestellt – anhand der typischen Bewegungsveränderungen und neurologischen Untersuchung. In Einzelfällen kann eine DaT-SPECT-Bildgebung zur Bestätigung beitragen.
Die Behandlung erfolgt individuell:
- Medikamente, die Dopamin ersetzen oder dessen Wirkung verstärken, bilden die Grundlage.
- Physio-, Ergo- und Logopädie unterstützen Beweglichkeit, Sprache und Selbstständigkeit.
- In ausgewählten Fällen kann eine Operation, die sogenannte „tiefe Hirnstimulation“ helfen.
- Bei möglichem übermäßigem Speichelfluss (Sialorrhö) im Rahmen der Erkrankung kann Botulinumtoxin (Botox) schmerzarm in die Speicheldrüsen injiziert werden.
Mit moderner Therapie lässt sich der Krankheitsverlauf meist gut kontrollieren, sodass Betroffene lange aktiv bleiben können.
Das Restless Legs-Syndrom ist eine häufige neurologische Erkrankung, bei der es zu einem unangenehmen Bewegungsdrang der Beine kommt. Die Beschwerden treten vor allem in Ruhe auf- insbesonders abends oder nachts – und können den Schlaf deutlich beeinträchtigen. Es treten Missempfindungen meist in den Beinen, seltener auch in den Armen auf.
Mögliche Ursachen:
Primäres RLS
Sekundäres RLS: im Rahmen von Eisenmangel, Nierenerkrankungen, Schwangerschaft oder durch bestimmte Medikamente bedingt
Behandlungsoptionen: entsprechende Substitution bei Eisenmangel, symptomatische Therapie mit dopaminwirksamen Medikamenten

